Portraits und Ehrungen 2008

Von der TGB in die 2. Spanische Liga

Das vergangene Jahr verbrachte ich in Santander (Spanien), um dort für zwei Semester an der Universidad de Cantabria zu studieren. Schon in der ersten Woche nach meiner Ankunft begab ich mich auf die Suche nach einem Handballverein und wurde dank netter Auskunft in der Uni auch direkt fündig.

Die Universität arbeitet mit der Mannschaft von TEKA Cantabria zusammen (manch einem Handballfan bekannt, da sie 1994 die Champions League gewannen). Als ich jedoch erfuhr, dass die Damenmannschaft von TEKA in der 2. Spanischen Liga spielt, wollte ich zuerst einmal nicht bei denen mitmachen. Nach einer E-Mail von Dagmar ging ich dann aber doch zu einem Probetraining und merkte dort, dass die zweite spanische Liga nicht mit der 2. deutschen Bundesliga zu vergleichen ist.

Die ersten Wochen in dem Verein waren ziemlich chaotisch, da ich zu Beginn meines Aufenthaltes kaum ein Wort Spanisch sprach und so gut wie nichts von dem verstand, was man mir sagte. Zum Glück änderte es sich recht schnell, da meine 4 (!!!) Trainer und 15 Mitspielerinnen sich unheimlich viel Mühe mit mir gaben. Meiner Mannschaft habe ich es rückblickend auch zu verdanken, dass ich schnell lernte, Spanisch zu sprechen und mit der Verständigung im fremden Land schon bald keine Probleme mehr hatte.

Trainiert haben wir 3- bis 4-mal die Woche und spielten genau wie in Deutschland von September bis Mai eine Punktrunde. Zum spanischen Handball an sich ist zu sagen, dass er viel schneller ist als der deutsche, aber auch wesentlich brutaler - es wird ganz schön viel rumgeschubst und um sich geschlagen. Teilweise hatten wir zu Auswärtsspielen Anreisen im Bus von bis zu 6 Stunden zurückzulegen, wodurch ich wirklich viel von Spanien zu sehen bekam. Bei der vielen Zeit, die ich zusammen mit meiner Mannschaft verbrachte, fiel es mir auch leicht, recht schnell Freundschaften mit den Mädels aus meiner Mannschaft zu knüpfen. Auf dem Foto sieht man einen Teil von uns in Madrid auf dem Plaza Mayor, wo wir hingefahren waren, um bei den Spanischen Uni-Meisterschaften mitzuspielen. Da wir in der Liga mitunter gegen reine Profimannschaften spielen mussten, waren wir am Schluss der Saison mit einem Nichtabstiegsplatz absolut zufrieden.

Als Fazit kann ich sagen: Mich dem Handballverein anzuschließen, war das Beste, was mir während meines Erasmusjahres passieren konnte; ohne den Handball hätte ich nie so viele witzige Spanierinnen kennen gelernt und außerdem vielleicht nie die Erfahrung gemacht, gegen Damen zu spielen, die ihren Lebensunterhalt mit dem Sport verdienen.

Danke an Evi und Ossi, die das Ganze mit all dem Transfer-Papierkram überhaupt erst möglich gemacht haben!

Eure Charly Schreiber